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Ratgeber

Arabische Begriffe in der Khutba – ein kleines Glossar

Manche Wörter hörst du in fast jeder Khutba. Wer sie kennt, versteht viel mehr, auch ohne fließend Arabisch zu sprechen. Hier sind die wichtigsten, kurz erklärt.

Stand: 19. Oktober 2026 · 5 Minuten Lesezeit

So liest du das Glossar

Zu jedem Begriff findest du die arabische Schreibweise, die deutsche Wiedergabe, die du in Übersetzungen oft liest, und eine kurze Erklärung. Manche Wörter lassen sich mit keinem einzelnen deutschen Wort ganz wiedergeben. Deshalb bleiben sie oft auf Arabisch, mit Erklärung.

Glaube und Tawhid

Iman إيمان

Glaube. So erklärte ihn der Prophet ﷺ, als Dschibril ihn danach fragte:

أن تؤمن بالله وملائكته وكتبه ورسله واليوم الآخر وتؤمن بالقدر خيره وشره

„Dass du an Allah glaubst, an Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag, und dass du an die Vorherbestimmung glaubst, an ihr Gutes und ihr Schlechtes.“

Muslim 8

Nach den Gelehrten der Sunna umfasst Iman die Überzeugung im Herzen, das Wort der Zunge und die Taten. Er nimmt durch Gehorsam zu und durch Sünden ab.

Tawhid توحيد

Die Einzigkeit Allahs. Allah als den Einen anerkennen: als einzigen Schöpfer, Herrn und Versorger, als den Einzigen, dem Anbetung gebührt, und in Seinen Namen und Eigenschaften, so wie sie in Koran und Sunna stehen, ohne sie mit der Schöpfung zu vergleichen. Der Tawhid ist der Kern der Botschaft aller Propheten.

قل هو الله أحد

„Sag: Er ist Allah, ein Einziger.“

Koran 112:1

Shirk شرك

Beigesellung. Allah etwas beigesellen, vor allem einem anderen als Ihm eine Form der Anbetung widmen, etwa ein Bittgebet, ein Opfer oder ein Gelübde. Shirk ist das Gegenteil des Tawhid und die schwerste Sünde. Wer davon bereut, dem vergibt Allah; der Vers spricht von dem, der darauf stirbt:

إن الله لا يغفر أن يشرك به ويغفر ما دون ذلك لمن يشاء

„Allah vergibt nicht, dass Ihm etwas beigesellt wird. Was darunter liegt, vergibt Er, wem Er will.“

Koran 4:48

Ihsan إحسان

Vortrefflichkeit (Ihsan). Die höchste Stufe der Religion, wie sie der Prophet ﷺ im selben Hadith beschrieb:

أن تعبد الله كأنك تراه فإن لم تكن تراه فإنه يراك

„Dass du Allah dienst, als ob du Ihn sähest. Und wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er doch dich.“

al-Bukhari 50, Muslim 8

Ihsan heißt auch, Menschen gut zu behandeln und Gutes gut zu tun.

Taqwa تقوى

Gottesbewusstsein. Sich vor Allahs Zorn und Strafe schützen, indem man tut, was Er geboten, und lässt, was Er verboten hat. Fast jede Khutba ruft dazu auf, oft mit diesem Vers:

يا أيها الذين آمنوا اتقوا الله حق تقاته ولا تموتن إلا وأنتم مسلمون

„O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah, wie es Ihm gebührt, und sterbt nur als Muslime.“

Koran 3:102

Quellen und Wissen

Sunna سنة

Sunna. Der Weg des Propheten ﷺ: seine Worte, seine Taten und das, was er gebilligt hat. Die Sunna erklärt den Koran und ist mit ihm die Quelle der Religion. In Rechtsfragen heißt Sunna außerdem „empfohlen“: belohnt, aber keine Pflicht. Achtung: Ohne Vokalzeichen sieht سنة (sana), „Jahr“, genauso aus.

وما آتاكم الرسول فخذوه وما نهاكم عنه فانتهوا

„Was der Gesandte euch gibt, das nehmt, und was er euch verbietet, davon lasst ab.“

Koran 59:7

Dalil دليل

Beleg. Ein Beleg aus Koran oder Sunna, auch der Konsens der Gelehrten, für eine Aussage oder ein Urteil. In einem Dars hörst du oft die Frage: „Was ist der Beleg?“ Die Gelehrten fragen bei jedem Urteil danach.

Bid'a بدعة

Bid'a (Neuerung). Eine Neuerung in der Religion: eine Form der Anbetung oder eine Glaubensaussage, für die es keinen Beleg in Koran und Sunna gibt. Nicht gemeint sind neue Dinge des Alltags wie Autos oder Telefone. Viele Khutbas sagen in der Einleitung diesen Satz des Propheten ﷺ:

وكل بدعة ضلالة

„Und jede Neuerung ist ein Irrweg.“

Muslim 867

Ulama علماء und Talib al-Ilm طالب العلم

Gelehrte und Schüler des Wissens. Diese Wörter fallen vor allem im Dars. Ein Alim ist ein Gelehrter, die Ulama sind die Gelehrten. Ein Talib al-Ilm, ein Schüler des Wissens, lernt das religiöse Wissen Schritt für Schritt bei Gelehrten.

Herz und Alltag

Tawakkul توكل

Gottvertrauen. Sich mit dem Herzen auf Allah verlassen und dabei die erlaubten Mittel nutzen. Tawakkul heißt nicht, die Hände in den Schoß zu legen.

ومن يتوكل على الله فهو حسبه

„Und wer sich auf Allah verlässt, dem genügt Er.“

Koran 65:3

Sabr صبر

Geduld, Standhaftigkeit. Die Gelehrten nennen drei Arten: Geduld im Gehorsam gegenüber Allah, Geduld beim Lassen der Sünden und Geduld mit dem Schweren, das Allah bestimmt hat.

يا أيها الذين آمنوا استعينوا بالصبر والصلاة إن الله مع الصابرين

„O ihr, die ihr glaubt, sucht Hilfe in Geduld und Gebet. Allah ist mit den Geduldigen.“

Koran 2:153

Shukr شكر

Dankbarkeit. Dank an Allah mit dem Herzen, der Zunge und den Taten: Seine Gaben als Seine Gaben erkennen, Ihn dafür loben und sie so nutzen, wie es Ihm gefällt.

لئن شكرتم لأزيدنكم

„Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch gewiss noch mehr geben.“

Koran 14:7

Dhikr ذكر

Gottesgedenken. Das Gedenken an Allah mit Herz und Zunge, etwa mit Subhanallah, Alhamdulillah, La ilaha illallah und Allahu akbar, und das Lesen des Korans. Im Vers über das Freitagsgebet (62:9) sind mit dem „Gedenken Allahs“ nach den Gelehrten die Khutba und das Gebet gemeint.

ألا بذكر الله تطمئن القلوب

„Wahrlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe.“

Koran 13:28

Du'a دعاء

Bittgebet. Allah um etwas bitten, zu jeder Zeit. Das Bittgebet ist selbst Anbetung und gebührt deshalb allein Allah:

الدعاء هو العبادة

„Das Bittgebet ist die Anbetung.“

Abu Dawud 1479, von al-Albani als sahih eingestuft

Tawba توبة

Reue. Die Umkehr zu Allah: die Sünde lassen, sie bereuen und fest vorhaben, sie nicht zu wiederholen. Hat man jemandem Unrecht getan, gehört dazu, ihm sein Recht zurückzugeben.

يا أيها الذين آمنوا توبوا إلى الله توبة نصوحا

„O ihr, die ihr glaubt, kehrt zu Allah um in aufrichtiger Reue.“

Koran 66:8

Diesseits, Jenseits und Gemeinschaft

Dunya دنيا

Das diesseitige Leben. Das Leben auf der Erde, mit Besitz, Arbeit und Familie. Die Khutba erinnert oft daran, dass es kurz ist und eine Prüfung.

Akhira آخرة

Das Jenseits. Das Leben nach dem Tod: Auferstehung, Abrechnung, Paradies und Hölle. Oft hörst du beide Wörter zusammen:

بل تؤثرون الحياة الدنيا والآخرة خير وأبقى

„Doch ihr zieht das diesseitige Leben vor, während das Jenseits besser und beständiger ist.“

Koran 87:16–17

Jannah جنة

Das Paradies. Der Garten, den Allah für die Gläubigen bereitet hat. Das Wort heißt wörtlich „Garten“.

وسارعوا إلى مغفرة من ربكم وجنة عرضها السماوات والأرض أعدت للمتقين

„Und eilt zur Vergebung eures Herrn und zu einem Paradies, so weit wie die Himmel und die Erde, bereitet für die Gottesfürchtigen.“

Koran 3:133

Ummah أمة

Gemeinschaft. Die Gemeinschaft der Muslime auf der ganzen Welt. Wenn der Imam für die Ummah bittet, meint er alle Muslime.

إن هذه أمتكم أمة واحدة وأنا ربكم فاعبدون

„Diese eure Gemeinschaft ist eine einzige Gemeinschaft, und Ich bin euer Herr; so dient Mir.“

Koran 21:92

Häufige Fragen

Warum bleiben manche Begriffe auf Arabisch?

Weil kein einzelnes deutsches Wort sie ganz trifft. Taqwa ist mehr als Furcht, Bid'a mehr als irgendeine Neuerung. Deshalb stehen sie oft auf Arabisch, mit Erklärung in Klammern.

Wie lerne ich die Begriffe am besten?

Nimm dir jede Woche ein paar vor und achte in der nächsten Khutba darauf. Was du einmal bewusst gehört hast, erkennst du wieder.

Was bedeutet „ammā ba'd“?

Etwa „und nun“. Mit diesen Worten beendet der Imam die Einleitung und kommt zum Hauptteil. Mehr dazu in So ist eine Khutba aufgebaut.

Ist Sunna Pflicht oder freiwillig?

Das hängt von der Bedeutung ab. Als Quelle der Religion ist die Sunna verbindlich wie der Koran. In Rechtsfragen bezeichnet „Sunna“ dagegen eine empfohlene Handlung, die belohnt wird, aber keine Pflicht ist.

Koranverse und Hadithe sind hier sinngemäß ins Deutsche übertragen.

Für Fragen zu Urteilen wende dich an einen Gelehrten.